Liebe Ginsheim-Gustavsburger,
so gerne ich Sie über meinen Arbeitsalltag als Bürgermeister informiere, eines fällt mir auch nach vier Jahren dieser Kolumne noch immer schwer: die Auswahl der Themen. Und das Ergebnis? Die Kolumne wird länger und länger …
🚶 🏠 Zu Besuch im Haus Mainblick
Gleich zweimal führte mich mein Weg in diesen Tagen ins Haus Mainblick. Zunächst habe ich die Gelegenheit genutzt, einmal wieder am gemeinsamen Mittagessen teilzunehmen. Mir war es wichtig, aus erster Hand zu erfahren, wie die Bewohnerinnen und Bewohner die zurückliegende Hitzewelle erlebt haben. Dabei hat es mich beruhigt zu hören, dass zumindest die Gruppen- und Gemeinschaftsräume klimatisiert sind und während der heißen Tage eine gute Rückzugsmöglichkeit boten.
Mein zweiter Besuch galt einem konkreten Anlass: Eine Hausbewohnerin, Frau Scheller, feierte ihren 90. Geburtstag. Zu diesem besonderen Jubiläum gratuliere ich ihr auch an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich. Ich habe mich sehr gefreut, sie an ihrem Ehrentag in stabiler Gesundheit anzutreffen. Für das neue Lebensjahr wünsche ich ihr weiterhin alles Gute, vor allem Gesundheit, Zufriedenheit und viele schöne Momente.
🎂 Noch ein Geburtstag
Nicht nur ein 90. Geburtstag ist ein schöner Anlass zum Feiern – auch ein 85. verdient natürlich besondere Aufmerksamkeit. Zu diesem Ehrentag durfte ich Manfred Krämer gratulieren, einem ehemaligen Schulkameraden meines Vaters aus Grundschulzeiten.
Der Weg zum Jubilar war nicht weit, schließlich wohnt Manfred Krämer praktisch um die Ecke. Gesprächsstoff gab es reichlich, man kennt sich seit vielen Jahrzehnten und gewissermaßen über mehrere Generationen hinweg. Es war schön, in Erinnerungen zu schwelgen und sich über Vergangenes und Aktuelles auszutauschen.
Herzlichen Glückwunsch, lieber Manfred Krämer, und weiterhin alles Gute!
🚒 Ein kleines Dankeschön für unsere Feuerwehr
Die vergangenen Wochen haben unsere ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden der beiden Stadtteilfeuerwehren besonders gefordert. Die sommerliche Hitze erschwert die ohnehin anspruchsvolle Arbeit der Einsatzkräfte zusätzlich – gerade bei Einsätzen, bei denen unter Atemschutz gearbeitet werden muss, sind die körperlichen Belastungen enorm.
Mit einer kleinen Erfrischung wollte ich deshalb den Einsatzkräften meinen Dank aussprechen. Und so habe ich Matthias Mayer, Wehrführer in Gustavsburg, und Felix Benz, stellvertretender Wehrführer in Ginsheim, einen ganz Schwung Eis vorbeigebracht. Die weiteren Portionen werden in den kommenden Tagen an alle Kameradinnen und Kameraden während der Übungsdienste verteilt.
Natürlich kann ein Eis die vielen Stunden ehrenamtlichen Engagements nicht aufwiegen. Aber es ist eine kleine Geste, mit der wir als Stadt zeigen möchten: Wir sehen, was unsere Feuerwehr leistet, und wir wissen diesen Einsatz sehr zu schätzen.
🍃 Japankäfer
Seit dem Auftreten des Japankäfers im vergangenen Jahr in Trebur beschäftigt uns dieser invasive Schädling intensiv. Die Gefahr, die von diesem kleinen Käfer ausgeht, ist nicht zu unterschätzen: Er kann zahlreiche Pflanzenarten befallen und damit Schäden in Landwirtschaft, Gartenbau und auch in unseren privaten Gärten verursachen.
Das zuständige Regierungspräsidium Gießen hat rund um die Fundstellen eine Befalls- und Pufferzone eingerichtet und verschiedene Maßnahmen zur Eindämmung ergriffen. Ich stehe hierzu regelmäßig mit den Fachleuten im Austausch und kann berichten, dass die Zahl der in den aufgestellten Fallen gefundenen Käfer zuletzt deutlich zurückgegangen ist. Das ist ein vorsichtiges positives Signal.
Es bleibt unser gemeinsames Ziel, die weitere Ausbreitung zu verhindern und möglichst große Schäden für Landwirte, Gärtnerinnen und Gärtner sowie unsere Grünflächen zu vermeiden. Dafür sind weiterhin die Aufmerksamkeit und die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger, Ginsheim liegt leider in der Pufferzone, wichtig.
🎤 Sommerinterview: Ihre Fragen, meine Antworten
In diesen Tagen fand wieder das traditionelle Sommerinterview mit Axel Schiel statt. Zu früher Stunde kam ich an die Mainspitze, um Fragen zu beantworten, die Bürger*innen mit der Bitte um Beantwortung an Axel geschickt hatten. Einige Themen überschnitten sich mit denjenigen, die mich auch regelmäßig bei meiner offenen Bürgersprechstunde „Auf einen Kaffee …“ erreichen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle gerne daran erinnern: Die nächste Gelegenheit, direkt mit mir ins Gespräch zu kommen, gibt es am Donnerstag, 13. August. Kommen Sie gerne um 16.00 Uhr ins Café „Eiszeit“ am Fritz-Bauer-Platz in Gustavsburg und tauschen Sie sich mit mir aus.
🔍🏪 Suche nach Ladenlokal für die Grashüpfer geht weiter
Der Gustavsburger Kindertreff „Grashüpfer“ ist ein wichtiger Bestandteil unseres Betreuungsangebots. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, Kleinkinder ab dem 18. Lebensmonat bis zum Eintritt in den Kindergarten privat zu betreuen. Entstanden aus einer Elterninitiative, ist der Kindertreff heute aus der Betreuungslandschaft unserer Stadt nicht mehr wegzudenken.
Daher ist es uns als Stadt ein wichtiges Anliegen, den Verein bestmöglich zu unterstützen – insbesondere durch die Bereitstellung geeigneter Räumlichkeiten. Das ist jedoch nicht immer einfach, denn auch die Stadt verfügt nicht jederzeit über passende Räume.
Aktuell steht der Kindertreff vor einer neuen Herausforderung: Die bisher von der Stadt kostenfrei zur Verfügung gestellten Räume im früheren Kinder- und Jugendhaus in Gustavsburg auf dem Gelände der ehemaligen August-Zinn-Schule werden zeitnah abgerissen. Wie bereits mehrfach berichtet, müssen das „Haus der Vereine“ und das Kinder- und Jugendhaus weichen, um Platz für ein bedeutendes innerstädtisches Bauprojekt zu schaffen. Dieses sieht neben zahlreichen Wohnungen für betreutes Wohnen auch ein soziokulturelles Zentrum vor.
Nun gilt es, schnellstmöglich eine neue, geeignete Unterkunft für die „Grashüpfer“ zu finden. Dabei nehmen wir auch leerstehende Ladenlokale in den Blick. Wir hoffen, dass Eigentümerinnen und Eigentümer entsprechender Räume die Bedeutung einer verlässlichen Kinderbetreuung erkennen und bereit sind, mit geeigneten Räumlichkeiten einen wichtigen Beitrag für unsere Kinder zu leisten.
👧 👦 Vor-Ort-Termin an der „Kita X“
Apropos Betreuungsangebot: Vielleicht haben Sie sie schon bei einem Spaziergang entdeckt, die Baustelle für den Neubau unserer neuen „Kita X“ an der Feldbergstraße, gegenüber dem Spielplatz. In dieser Woche hatten wir Presse und Vertreter*innen der Politik zu einem Vor-Ort-Termin eingeladen, um sie über die Bauarbeiten zu informieren, die hier vor wenigen Wochen starteten. Die Aufstellung eines großen Bauschildes bot den Anlass, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen, was die Stadt hier für junge Familien und ihre Kinder geplant hat. Ich hatte an dieser Stelle bereits über dieses wirklich tolle Vorhaben berichtet: An der Feldbergstraße entsteht eine moderne viergruppige Kita in Modulbauweise für bis zu 90 Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren. Die Fertigstellung ist für das kommende Frühjahr geplant, der Einzug zum Beginn des Kindergartenjahres 2027. Ich freue mich schon heute mit allen Beteiligten auf die Einweihung!
🌳 Ohne Worte – Vandalismus
Manche Dinge kann man nicht verstehen – und schon gar nicht akzeptieren.
Kürzlich wurde ich über einen Vorfall informiert, der mich fassungslos macht: An der Darmstädter Landstraße wurde eine rund 30 Jahre alte Gleditschie mutwillig mit einer Motorsäge beschädigt. Seit 21 Jahren wird dieser Baum von unseren städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gepflegt. Über zwei Jahrzehnte ist er gewachsen, hat zunehmend Schatten gespendet, das Ortsbild bereichert und einen immer größeren Beitrag für das Stadtklima geleistet. Denn bis ein Baum diese Wirkung entfalten kann, vergehen viele Jahre – manchmal Jahrzehnte.
Was bewegt einen Menschen zu einer derart sinnfreien Tat? Was muss in jemandem vorgehen, um einen gesunden Baum mutwillig zu beschädigen und sein mögliches Absterben bewusst in Kauf zu nehmen? Ich finde darauf keine Antwort.
Mit einem einzigen Schnitt werden 21 Jahre engagierter Pflege und Entwicklung leichtfertig infrage gestellt. Gerade in Zeiten des Klimawandels investieren wir viel Zeit, Geld und Herzblut in eine nachhaltige Begrünung unserer Stadt. Jeder einzelne Baum ist wertvoll – und jeder verlorene Baum wirft uns um viele Jahre zurück.
Selbstverständlich haben wir Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Doch unabhängig davon appelliere ich an alle: Gehen wir respektvoll mit dem um, was uns allen gehört. Unsere Bäume sind keine Selbstverständlichkeit. Sie sind ein wertvoller Teil unserer Umwelt – und ein Vermächtnis für kommende Generationen.
🎺 Letzte Gelegenheit – Klassik vor‘m Anker
Zwischen all meinen Terminen gönne ich mir natürlich auch gerne kleine Auszeiten. Und ich verrate sicher kein Geheimnis, wenn ich mich als großen Fan des Formats „Klassik vor‘m Anker“ oute. Wann immer es mein Kalender zulässt, führt mich der Weg an den Altrhein, um eines der vier Sommerkonzerte des evangelischen Posaunenchors Ginsheim zu erleben.
Sie kennen dieses besondere Format noch gar nicht, obwohl es bereits seit 19 Jahren viele Menschen begeistert? Dann gibt es jetzt noch eine letzte Gelegenheit: Am kommenden Sonntag um 11 Uhr lädt der Posaunenchor zum Abschlusskonzert der kleinen Sommerreihe ein. Unterhalb der evangelischen Kirche Ginsheim erklingen am Anker Werke großer Komponisten – nur etwa 20 Minuten lang, dafür aber in einer ganz besonderen Atmosphäre direkt am Wasser.
Herzliche Grüße und ein beschwingtes Wochenende
Ihr
Thorsten Siehr
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