Neues aus dem Bürgermeisterbüro (20. Februar 2026)

Liebe Ginsheim-Gustavsburger,

Sie glauben gar nicht, womit sich eine kommunale Verwaltung so alles beschäftigt. Schlaglöcher? Kita-Plätze? Haushaltszahlen? Natürlich auch.

Aber manchmal tauchen Abkürzungen auf, die klingen eher nach einem besonders sicheren Passwort. Ich sage nur: ÜPKK.

🔍 Was ist eine ÜPKK?

Aktuell bereitet unsere Verwaltung die 261. vergleichende Prüfung „Beteiligungsmanagement“ im Rahmen der Überörtlichen Prüfung kommunaler Körperschaften (ÜPKK) durch den Hessischer Rechnungshof vor.

Hinter dem sperrigen Titel und dem ebenso technischen Kürzel verbirgt sich ein klar strukturierter, rechtlich fundierter Prüfprozess. Ziel ist es, die Arbeit der Kommunen systematisch, transparent und vergleichbar zu beleuchten – nicht als Selbstzweck, sondern als Instrument zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung. Wie der Titel bereits andeutet, richtet sich der Fokus diesmal ausschließlich auf unser Beteiligungsmanagement. Im Mittelpunkt stehen damit jene Unternehmen, mit denen wir öffentliche Aufgaben wirtschaftlich steuern – sei es in Form von Eigenbetrieben (Servicebetrieb Bauhof und Kommunale Wohnungsgesellschaft) oder in Zweckverbänden, wie unserem Abwasserservice Mainspitze (ASM).

Im Zuge der Vorbereitung fand kürzlich ein Abstimmungsgespräch zwischen den beteiligten Akteuren sowie Vertreterinnen und Vertretern des Hessischen Rechnungshofes und den beauftragten Prüfern statt. Dabei wurden Ablauf, Inhalte und zeitlicher Rahmen der Prüfung konkretisiert.

Was bedeutet das für uns? In den kommenden eineinhalb Jahren rücken Steuerungsstrukturen, Transparenz, Berichtswege und strategische Zielsetzungen unserer Beteiligungen besonders in den Fokus. Die Prüfung ist bewusst vergleichend angelegt: Unsere Strukturen und Kennzahlen werden denen anderer Kommunen gegenübergestellt. So werden Stärken, Schwächen und Entwicklungspotenziale sachlich und nachvollziehbar sichtbar. Gerade dieser Vergleich schafft belastbare Maßstäbe. Er ermöglicht es, die kommunale Eigentümerrolle weiter zu schärfen, Verantwortlichkeiten klar zu definieren und Steuerungsinstrumente gezielt weiterzuentwickeln. Aber erst einmal heißt das für uns: noch mehr Arbeit!

💍 Eheschließungsrecht für Bürgermeister

… so lautete der Titel eines Seminars in Bad Salzschlirf, das in drei intensiven Tagen alle rechtlichen Grundlagen vermittelte, die ein Bürgermeister benötigt, um Trauungen durchführen zu dürfen. Ich war einer von 26 Amtskolleginnen und -kollegen, deren Wirkungsbereiche sich quer durch Deutschland von Langeoog bis Riedelsberg erstrecken. Unser Referent, Gerhard Benedikt aus dem schönen München, war viele Jahre Münchens oberster Standesbeamter und Leiter aller dortigen Standesämter. Im herrlichsten Bayerisch brachte er uns nicht nur auf den aktuellen Rechtsstand, sondern unterhielt uns auch mit der einen oder anderen Anekdote – immer verbunden mit einer lehrreichen Frage.

Mein persönliches Highlight war die Schilderung eines Falls, bei dem der Bräutigam seinen Junggesellenabschied am Vorabend der Trauung derart feuchtfröhlich gefeiert hatte, dass sich noch kurz vor der Trauung die Frage stellte, ob er überhaupt zur „Abgabe der freien Willenserklärung“ in der Lage sei. Glücklicherweise wurde er letztendlich noch rechtzeitig nüchtern, sodass die Trauung durchgeführt werden konnte.

Sobald der Magistrat meine Zusatzqualifikation geprüft und mich offiziell zum Standesbeamten bestellt hat, kann ich mein erworbenes Wissen an trauwillige Paare unserer Stadt weitergeben.

Rhein-Main-Link

Der Rhein-Main-Link ist zweifellos ein zentrales Projekt für die dringend erforderliche Energiewende. Geplant ist eine mehrere hundert Kilometer lange Gleichstromverbindung (HGÜ), die Windstrom aus dem Norden Deutschlands über ein Erdkabel in die Verbrauchszentren des Rhein-Main-Gebiets transportieren soll. Vorhabenträger ist der Übertragungsnetzbetreiber Amprion.

Aktuell steckt das Projekt mitten im Planungs- und Genehmigungsverfahren. Trassenkorridore wurden festgelegt, Detailuntersuchungen laufen, und Kommunen sowie die Öffentlichkeit sind formal beteiligt. Klingt sachlich, klingt nüchtern – aber wer direkt vor Ort betroffen ist, spürt, dass hinter dem theoretischen Plan reale Böden, Grundwasser und landwirtschaftliche Flächen stehen. Leider wirkt die geplante Trassenführung in vielen Bereichen wie auf dem Reißbrett entworfen – und stößt zu Recht auf heftige Kritik.

Besonders befürchtet werden massive negative Auswirkungen auf Böden, Wasserhaushalt und landwirtschaftliche Nutzflächen. Umso wichtiger ist es, diese konkreten Bedenken direkt bei Amprion ansprechen zu können. Vor diesem Hintergrund trafen sich nun Vertreter*innen des Beregnungs- und Bodenverbands Rüsselsheim-Bauschheim, des Bauernverbands Bauschheim, der Kommunen Bauschheim, Bischofsheim und Ginsheim-Gustavsburg mit Verantwortlichen von Amprion zu einem wichtigen Austausch. An ihm nahm auch Daniel Köfer, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Landwirtschaft, teil.

Wie befürchtet ist unser Mitspracherecht bei der Trassenplanung sehr begrenzt. Dennoch geben wir nicht klein bei: Klar ist, die Energiewende muss im großen Maßstab gedacht werden – aber bitte nicht auf Kosten des regionalen Umweltschutzes und unserer landwirtschaftlichen Nutzflächen. Wenngleich GiGu bei der geplanten Trassenführung nur am Rande betroffen sein wird, gilt es als Region geschlossen aufzutreten, um den größtmöglichen positiven Effekt für unseren Kreis zu erreichen.

Fest vereinbart habe ich mit Lisa Gößwein und Patrick Burghardt, dass die drei Kommunen mit einem eigenen hydrogeologischen Gutachten, die Angelegenheit im Sinne der Landwirtschaft und unserer Bürgerinnen und Bürger im Blick behalten.

🎭 Am Aschermittwoch ist alles vorbei

Kaum dreht man sich um, schon ist sie vorbei, die Fastnacht. Die letzten Zuckungen zeigten sich in diesen Tagen gleich auf zweierlei Weise: beim traditionellen Heringsfrühstück einiger Teile der Belegschaft – an dem ich leider nicht teilnehmen konnte – und beim erfolgreichen Auslösen des großen Rathausschlüssels in der Kita VIII – Die Villa.

Nachdem mir der Schlüssel beim Rathaussturm gleich von zwei Kita-Gruppen (VI und VIII) „entrissen“ wurde, konnte ich ihn mir nun mit überzeugenden Argumenten wie „Hanuta“ und „Klebe-Tattoos“ zurückerobern.

🍳 Unternehmensbesuch in der „Palmenküche“

Manchmal entstehen die besten Lösungen aus der Not. Mitte letzten Jahres wandte sich die Wirtschaftsförderung des Kreises an uns, um ein in Ginsheim-Gustavsburg ansässiges Unternehmen zu unterstützen, dessen Produktionsküche in Kostheim vollständig zerstört worden war. Das Unternehmen Palmenküche Catering & More, das u.a. als Schulcaterer für den Kreis Groß-Gerau tätig ist, suchte dringend einen neuen Standort für eine Produktionsküche.

Dank der schnellen Vermittlung durch unsere Wirtschaftsförderung konnte das Unternehmen zeitnah in einer leerstehenden Kantine mit Profiküche im Gewerbegebiet „Im Weiherfeld“ unterkommen. So konnte die Produktion praktisch ohne große Verzögerung weitergeführt werden.

Nun stand der erste Besuch bei der Palmenküche an, um sich vor Ort ein Bild von ihrer Arbeit zu machen und die persönlichen Kontakte zu vertiefen. Dabei wurden dem Team Wirtschaftsförderung und mir deutlich, mit welcher Präzision und Leidenschaft das Team täglich rund 1200 Mahlzeiten für verschiedene Einrichtungen des Kreises zubereitet.

Palmenküche Catering & More denkt aber schon weiter: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll neben den aktuellen Küchen in Kostheim und GiGu ein weiterer, deutlich größerer Produktionsstandort aufgebaut werden. Ein tolles Beispiel dafür, wie pragmatische Zusammenarbeit zwischen Wirtschaftsförderung und Unternehmen nicht nur akute Krisen meistert, sondern auch langfristige Perspektiven schafft.

📅 Jahreshauptversammlung

Am Wochenende lädt der Förderverein der Cramer-Klett-Siedlung zur Jahreshauptversammlung ein. Der Verein engagiert sich seit vielen Jahren für den Denkmalschutz und die Bewahrung der Geschichte unserer schönen Arbeitersiedlung rund um den Cramer-Klett-Platz ein. Eine kleine Anmerkung sei erlaubt: Der Verein freut sich nicht nur über neue Mitglieder, sondern auch über Förder*innen und Unterstützer*innen…

🕯️ Trauer

Ich lasse meine Kolumne ungern traurig ausklingen, doch manchmal lässt sich das nicht vermeiden. Unser Behindertenbeauftragter und einzigartige Fastnachtsgröße, Engelbert Wiedmann, hat viel zu früh seine Frau Gaby verloren. Über viele Jahrzehnte waren die beiden verheiratet, tief verwurzelt in unserer Stadt, immer präsent mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Humor. Heute Morgen haben wir Gaby Wiedmann auf dem Ginsheimer Friedhof die letzte Ehre erwiesen, gemeinsam mit zahlreichen Menschen, die sie kannten und schätzten.

Es ist schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn jemand so plötzlich aus dem Leben gerissen wird. Ich denke an Gaby Wiedmann, an ihre Lebensfreude – und an die Menschen, die sie zurücklässt, die jetzt lernen müssen, ohne sie weiterzugehen.

Herzliche Grüße zum Wochenende
Ihr Thorsten Siehr

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