Neues aus dem Bürgermeisterbüro (2. Oktober 2026)

Liebe Ginsheim-Gustavsburger,

es ist schon wieder soweit… die nächste Kolumne steht an und an „Stoff“ mangelt es mir auch diesmal nicht.

✈️ Austausch mit Lufthansa

Fluglärm zu reduzieren, ohne den Flugbetrieb aus dem Blick zu verlieren – darum ging es bei einem Austausch, zu dem Lufthansa die Mitglieder der Luftlärmkommission kürzlich nach Frankfurt eingeladen hatte.

Als größter „Carrier“ am Frankfurter Flughafen hat Lufthansa natürlich ein starkes Interesse daran, ihr größtes deutsches Drehkreuz möglichst optimal auszulasten und gleichzeitig die geltenden Immissionsvorgaben einzuhalten. Hier treffen naturgemäß unterschiedliche Belange aufeinander.

Umso erfreulicher war zu erfahren, dass moderne Navigationssysteme zur Lärmschutzoptimierung inzwischen ein wichtiger Bestandteil der komplexen Flugplanung für Starts und Landungen sind. Das bedeutet nicht, dass wir nicht weiterhin intensiv für Verbesserungen eintreten müssen. Es macht aber Hoffnung, dass die moderne Technik uns dabei zumindest ein Stück weit entgegenkommt.

🏃‍♀️🔄 Sportkreis Groß-Gerau: Runder Tisch

Beim regelmäßigen Runden Tisch des Sports habe ich mich über den neuen Sportentwicklungsplan informiert, der aktuell für den Kreis Groß-Gerau erarbeitet wird. Spannend fand ich vor allem den Blick darauf, was wir als Kommunen bereits an Sportangeboten und entsprechender Infrastruktur haben – und wo vielleicht noch etwas fehlt.

Der Sportkreis Groß-Gerau versteht sich dabei als Vernetzer und Ansprechpartner für den Sport im Kreis – und zwar nicht nur für die Vereine. Auch individuelle Bewegungsangebote wie Trimm-dich-Pfade, Laufstrecken oder frei zugängliche Sportflächen gehören dazu.

Wenn wir unsere kommunalen Erfahrungen und Möglichkeiten untereinander besser verknüpfen, können daraus echte Synergien entstehen. Genau darum ging es bei diesem Austausch: gemeinsam schauen, was schon da ist – und was wir noch besser machen können.

⚡Mit UrStrom nach Föhren

So zeitintensiv Exkursionen manchmal sind – sie lohnen sich, weil man vor Ort vieles besser versteht. Das habe ich auch bei einer Exkursion mit der Energiegenossenschaft UrStrom nach Föhren bei Trier erlebt.

Dort haben wir uns beim Solar- und Energiedienstleistungsunternehmen „Schoenenergie“ hochmoderne Hochleistungs-Batteriespeicher angeschaut. Solche Anlagen bestehen aus vielen einzelnen Batteriemodulen und können große Mengen elektrischer Energie aufnehmen und bei Bedarf wieder ins Stromnetz abgeben. Damit lässt sich Strom gezielt zwischenspeichern – etwa dann, wenn viel Solarstrom erzeugt wird – und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitstellen.

Besonders interessant fand ich dabei die mögliche Funktion als Reserve: Je nach Größe und Auslegung können solche Batteriespeicher im Ernstfall mehrere Tage lang Strom bereitstellen und damit zur Notstromversorgung beitragen.

Für GiGu ist das perspektivisch ein spannender Ansatz. Gerade wenn wir künftig mehr Solarstrom erzeugen und nutzen wollen, werden Speicher wichtiger, um Erzeugung und Verbrauch besser aufeinander abzustimmen. Gleichzeitig können sie helfen, das Stromnetz zu entlasten und bei einem Ausfall die Versorgung wichtiger Bereiche länger aufrechtzuerhalten.

🌳 Miteinander in der Mainspitze: „Unsere Stadt soll kühler werden“

Unter dem Motto „Unsere Stadt soll kühler werden“ hatte die Initiative „Miteinander in der Mainspitze“ zu einer Infoveranstaltung eingeladen. Im Mittelpunkt stand eine drängende Frage: Wie halten wir unsere Stadt trotz zunehmender Hitze lebenswert – und wie bereiten wir uns besser auf die Folgen des Klimawandels vor?

Die anhaltende Trockenheit in diesem Sommer hat erneut deutlich gemacht, wie dringend Handeln ist. Dabei gilt: Wir müssen an mehreren Stellschrauben gleichzeitig drehen. Ich freue mich deshalb, dass wir als Stadt an einem Entsiegelungskataster arbeiten, um gezielt Flächen im öffentlichen Raum zu identifizieren, die wir entsiegeln und damit ökologisch aufwerten können.

Doch Klimaanpassung ist nicht allein Aufgabe der Stadt. Auch im privaten Umfeld kann jeder einen Beitrag dazu leisten, dass sich unsere Stadt nicht weiter aufheizt. Genau deshalb sind Veranstaltungen wie die von „Miteinander in der Mainspitze“ so wertvoll: Sie zeigen ganz konkret, was wir vor Ort tun können – und wie aus vielen kleinen Maßnahmen ein spürbarer Beitrag für ein lebenswerteres Stadtklima wird.

🎭🧠Woche der Demenz: Theater in den Burg-Lichtspielen

Manchmal braucht es keine Worte, um viel zu sagen. Das zeigte eindrucksvoll ein Theaterabend zum Auftakt der „Woche der Demenz“ rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September. In den Burg-Lichtspielen gastierte das mobile Theater „pohyb’s und konsorten“ mit dem pantomimischen Stück „Stopy v pamäti – Spuren im Gedächtnis“.

Die Schauspieler Maike Jansen und Stefan Ferencz kamen dabei ganz ohne gesprochene Sprache aus – und brachten gerade dadurch die ganze Wucht des Themas auf die Bühne: Nähe und Vertrautheit, Orientierungslosigkeit und Verlust, aber auch die Kraft menschlicher Beziehungen. Es war eine beeindruckende, stellenweise berührende Vorstellung, die gezeigt hat, dass Demenz eben nicht nur eine Krankheit des Vergessens ist. Sie erzählt auch von Würde, von Verbundenheit und davon, was bleibt, wenn Worte und Erinnerungen langsam verschwinden.

Dass dieses besondere Theatererlebnis in die Mainspitze geholt werden konnte, ist dem Verein „Gut leben mit Demenz Ginsheim-Gustavsburg“, dem Verein für Kunst und Kultur auf der Mainspitze und unserem Kulturbüro zu verdanken. Wichtig war’s. Gut war’s. Danke!

🥂 Grund zum Feiern…

Zu feiern gab es in diesen Tagen auch einiges. Zwei Wahrzeichen der Ginsheimer Technikgeschichte wurden mit besonderen Festivitäten gewürdigt, ein Kita-Bau feierte Richtfest.

💯100 Jahre historischer Kran – ein tolles Jubiläum am Altrheinufer

Die Tage durfte ich bei einem ganz besonderen Jubiläum dabei sein: Der historische Kran am Ginsheimer Altrheinufer feierte seinen 100. Geburtstag. Bei spätsommerlicher Atmosphäre wurde rund um das Wahrzeichen der Stadt gemeinsam gefeiert, genossen und natürlich auch viel über die Geschichte des Krans erfahren.

Besonders beeindruckend fand ich, wie viel Engagement und Herzblut in dieser Veranstaltung steckte. Mein besonderer Dank gilt Michael Maurer, der die Besucherinnen und Besucher mit viel Fachwissen, spannenden Geschichten und interessanten technischen Einblicken im eigens geöffneten Kran informierte. Die einmalige Gelegenheit, in das sonst verborgene Innere des historischen Krans zu blicken, wurde von zahlreichen Gästen gerne genutzt.

Ebenso großen Anklang fand die von Carl Guthmann zusammengestellte Kran-Chronologie mit zahlreichen historischen Bildern und interessanten Details. Auch dafür möchte ich herzlich Danke sagen. Ein besonderer Dank gilt zudem Ulrich Rauch, der dafür kostenlos ein Gerüst bereitgestellt und damit den besonderen Blick ins Innere des Krans überhaupt ermöglicht hat.

Mein herzlicher Dank geht schließlich an alle Beteiligten, die zum Gelingen dieses besonderen Jubiläums beigetragen haben – insbesondere an die Ginsemer Kerweborsch, Patrick Pfannschmidt mit den Engagement-Lotsen GiGu sowie die Sport- und Kulturgemeinde Ginsheim (SKG). Gemeinsam haben sie dafür gesorgt, dass 100 Jahre Kran-Geschichte nicht nur gefeiert, sondern für viele Menschen erstmals erlebbar gemacht wurden und damit ein wichtiges Stück Ginsheimer Geschichte lebendig gehalten wurde.

⚓ 15 Jahre Schiffsmühle – ein besonderes Jubiläum

15 Jahre Schiffsmühle in Ginsheim – dieses besondere Jubiläum durfte ich bei einem schönen Sektempfang gemeinsam mit vielen Gästen und Wegbegleitern feiern. Der Anlass: Am 29. September 2011 wurde die fertig aufgebaute Schiffsmühle von Speyer nach Ginsheim überführt und an ihrem heutigen Standort am Altrhein festgemacht. Eine große Menschenmenge verfolgte damals die Ankunft vom Ufer aus – und bis heute ist die Schiffsmühle ein ganz besonderes Wahrzeichen unserer Stadt.

Im Rahmen der Jubiläumsfeier wurde zugleich eine besondere Kunstausstellung eröffnet. Verschiedene Künstler haben die Schiffsmühle aus unterschiedlichen Perspektiven und in ganz verschiedenen Stilen auf die Leinwand gebracht. Die Ausstellung ist wirklich sehr sehenswert und zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie vielfältig dieses Ginsheimer Wahrzeichen wahrgenommen wird.

Vielen Dank an alle, die sich seit vielen Jahren für die Schiffsmühle einsetzen!

Ein besonderer Gruß und meine besten Genesungswünsche gehen von dieser Stelle an Herbert Jack. Ich danke ihm ganz herzlich für sein großes Engagement bei der Rekonstruktion der Schiffsmühle – und vieles mehr. Mit viel Fachwissen, Leidenschaft und Ausdauer hat er dazu beigetragen, dass dieses außergewöhnliche Stück Ginsheimer Geschichte heute bei uns am Altrhein zu bewundern ist.

🏗️ Ein Bau für die Zukunft unserer Kinder

Grund zum Feiern gab es auch in der Feldbergstraße. Dort nimmt unsere neue Kita X dank ihrer modernen Modulbauweise rasant Gestalt an. Mit dem Richtfest wurde nun ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Fertigstellung gefeiert.

Ich habe die Gelegenheit gerne genutzt, um mich bei allen Beteiligten herzlich zu bedanken – insbesondere bei denjenigen, die Tag für Tag auf der Baustelle dafür sorgen, dass dieses wichtige Projekt vorankommt. Mit der neuen Kita schaffen wir dringend benötigte Betreuungsplätze und investieren zugleich in die Zukunft unserer Kinder und unserer Stadt.

Mit besten Grüßen zum Wochenende

Ihr Thorsten Siehr

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