Liebe Ginsheim-Gustavsburger,
die letzten beiden Wochen waren wieder sehr abwechslungsreich. Es ging um den Start ins neue Schuljahr, um unsere Feuerwehr und zwei neue Boote, um die weiterhin diskutierte Umgestaltung des Altrheinufers, aber auch um viele Begegnungen mit Menschen, die sich in unserer Stadt engagieren.
🎓 Ein guter Start ins neue Schuljahr
Zum Beginn des neuen Schuljahres durfte ich Reik Helbig kennenlernen, den Leiter des neu gegründeten Mittelstufengymnasiums Nord. Bei unserem Gespräch im Rathaus haben wir schnell viele gemeinsame Anknüpfungspunkte gefunden.
Auch wenn das Gymnasium nur interimsweise auf dem Gelände der IGS Mainspitze untergebracht ist, stellt die neue Schule schon jetzt eine Bereicherung für unsere Bildungslandschaft in der Mainspitze dar. Besonders erfreulich finde ich, dass Reik Helbig direkt den Kontakt zur benachbarten IGS aufgenommen hat. Ich bin deshalb zuversichtlich, dass sich zwischen beiden Schulen das gute und nachbarschaftliche Miteinander weiterentwickeln wird.
Am Tag nach unserem Gespräch durfte ich dann auch bei der Begrüßung der neuen Schülerinnen und Schüler auf dem Schulgelände dabei sein.
Auch an der IGS Mainspitze wurden die neuen Schülerinnen und Schüler willkommen geheißen. Gemeinsam mit meiner Bischofsheimer Bürgermeister-Kollegin Lisa Gößwein war ich zur Einschulungsfeier eingeladen. Solche Termine nutze ich gerne, um auch auf die Angebote unserer Stadt für junge Menschen aufmerksam zu machen – vom Girls‘ und Boys‘ Day über Praktikumsmöglichkeiten und die Angebote unseres Kinder- und Jugendbüros bis hin zu den Ausbildungsinfotagen unserer Wirtschaftsförderung an der IGS. Es ist mir wichtig, dass junge Menschen früh erfahren, welche Möglichkeiten unsere Stadt und die Unternehmen vor Ort ihnen bieten.
🚒 Sicherheit braucht Engagement – und die richtige Ausstattung
Von der Schule ging es in den vergangenen Tagen auch zu einem Thema, das von großer Bedeutung ist: Feuerwehr und Katastrophenschutz. Bei der Dienst- und Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Groß-Gerau in Gernsheim war auch Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck zu Gast. In seiner Rede ging er unter anderem auf die zunehmenden Herausforderungen durch extreme Hitze, Trockenheit und Waldbrände ein. Gerade die vergangenen Wochen haben gezeigt, wie schnell solche Situationen zu einer enormen Belastung werden können.
Der Brand- und Katastrophenschutz bleibt deshalb zu Recht ein Schwerpunkt des Landes. Auch 2026 stellt Hessen erneut mehr als 21 Millionen Euro für entsprechende Investitionen bereit. Davon profitieren die Feuerwehren unter anderem bei Fahrzeugen, Feuerwehrhäusern und technischer Ausstattung.
Auch Ginsheim-Gustavsburg konnte in der Vergangenheit von diesen Fördermöglichkeiten profitieren. Und das ist gut so. Trotz angespannter Haushaltslage ist die Investition in Zivil- und Katastrophenschutz wichtiger denn je. Das Land, der Kreis und die Kommunen haben diese Notwendigkeit früh erkannt.
🚤 Zwei neue Boote für unsere Feuerwehr
Ganz konkret ist diese Unterstützung bei uns sichtbar. So darf ich am Samstag am Ginsheimer Altrhein zwei neue Mehrzweckboote für unsere Stadtteilfeuerwehren einweihen und taufen.
Die beiden Boote ersetzen Einsatzboote, die mehr als 30 Jahre zuverlässig ihren Dienst geleistet haben. Das Ginsheimer Boot stammt aus dem Jahr 1992, das Gustavburger aus dem Jahr 1994. Die neuen Boote sind technisch auf dem neuesten Stand: Sie verfügen unter anderem über digitale Kartenplotter, eine Wärmebildkamera und moderne Funktechnik. Auch eine fest verbaute Löschpumpe und ein Wasserwerfer gehören zur Ausstattung.
Mit zwei Motoren mit jeweils 100 PS erreichen die Boote bis zu rund 63 Kilometer pro Stunde. Das ist auch notwendig, denn unsere Feuerwehr betreut rund 11 Flusskilometer und damit mehr Fließgewässer als jede andere Feuerwehr im Kreis Groß-Gerau. Von daher sind die nach Abzug der Landesförderung aufgewendeten Eigenmittel über 420.000 Euro gut angelegt.
Mein besonderer Dank gilt unseren Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmännern, die diese Technik im Ernstfall einsetzen und ihre Freizeit für die Sicherheit anderer zur Verfügung stellen.
🌊 Altrheinufer: Testphase heißt auch, dass nachgesteuert werden kann
Die Umgestaltung des Altrheinufers wird weiterhin intensiv und teilweise sehr kontrovers diskutiert. Das ist bei einem solchen Projekt nicht überraschend. In der letzten Sitzung der AG Altrheinufer wurde aber noch einmal deutlich, dass die AG-Mitglieder grundsätzlich hinter dem Projekt stehen.
Wichtig ist mir noch einmal die klare Botschaft: Wir befinden uns in einer Testphase – nicht bei einem endgültigen Zustand. Mindestens ein Jahr lang sollen Erfahrungen gesammelt werden, bevor über eine dauerhafte Gestaltung entschieden wird. Die Rückmeldungen der Bürgerinnen und Bürger sind dabei ausdrücklich wichtig.
Die Kritik konzentriert sich derzeit vor allem auf die Führung des Radverkehrs und die Schwellen auf dem Radweg. Der Wegfall der Stellplätze und die dadurch verbesserte Aufenthaltsqualität werden dagegen vielfach begrüßt.
Die Schwellen wurden übrigens nicht deshalb eingebaut, weil man Radfahrerinnen und Radfahrer ärgern möchte. Hintergrund war der wiederholt geäußerte Wunsch aus der Bürgerschaft, den Radverkehr in diesem Bereich zu verlangsamen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen allerdings, dass ein Teil der Radfahrenden die Schwellen seitlich umfährt oder auf den Fußgängerbereich ausweicht.
Genau dadurch entstehen wiederum neue Unsicherheiten. Die angekündigten Seitenschwellen sollen deshalb das Umfahren erschweren und dafür sorgen, dass der Radverkehr tatsächlich auf dem vorgesehenen Weg bleibt. Ob sich diese Lösung bewährt, wird die Testphase zeigen. Und wenn sich etwas nicht bewährt, muss nachgesteuert werden. Genau dafür ist ein Verkehrsversuch da.
Was allerdings nicht akzeptabel ist, sind persönliche Anfeindungen gegenüber städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Unterschiedliche Meinungen sind selbstverständlich erlaubt und ausdrücklich erwünscht. Der Umgang miteinander sollte aber sachlich und respektvoll bleiben – vor Ort ebenso wie in den sozialen Medien.
Die AG Altrheinufer wird bald einen Ortstermin anbieten, bei dem Bürgerinnen und Bürger ihre Fragen direkt vor Ort stellen können. Am 22. Oktober steht dann die nächste Sitzung der AG an.
Noch ein wichtiger Punkt: Die bisherigen Maßnahmen der Testphase wurden durch die Regionalpark GmbH finanziert und nicht aus dem Haushalt der Stadt.
❤️ Aktion Herzenswunsch
Bei der Aktion „Herzenswunsch für deine Kindertagesstätte“ hat die Volksbank Mainspitze auch in diesem Jahr zwei Einrichtungen unserer Stadt unterstützt. Die Kita Kastanienburg in Gustavsburg durfte sich über große Legobausteine freuen – als ausgebildeter Bauingenieur habe ich natürlich fachkundig einen Blick darauf geworfen. 😉 Die Kita Regenbogen in Ginsheim erhielt ein Fußballtor für das Außengelände. Gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Mainspitze, Matthias Haas, musste dieses natürlich auch gleich ausprobiert werden.
✿ Ehrenamt hält unsere Stadt zusammen
Wie wichtig ehrenamtliches Engagement für Ginsheim-Gustavsburg ist, konnte ich wieder bei vielen Gelegenheiten erleben.
Bei großer Hitze fand am vergangenen Wochenende der 10. Charity-Walk der Ahmadiyya-Gemeinde statt. Ich habe die rund fünf Kilometer trotz der erschwerten Bedingungen durchgehalten – nicht zuletzt dank der motivierenden Unterstützung unserer Personalleiterin. Besonders positiv ist mir aufgefallen, wie professionell die Veranstaltung inzwischen organisiert ist. Wasserstationen entlang der Strecke waren bei den Temperaturen eine wichtige und gute Idee.
Ein ganz besonderes Jubiläum durfte ich außerdem bei den Naturfreunden Ginsheim feiern: 100 Jahre Vereinsgeschichte!
Das Naturfreundehaus, das vor 100 Jahren noch am Rand von Ginsheim auf der „Gänsewiese“ lag, befindet sich heute mitten in der Stadt und ist nach wie vor der Mittelpunkt des Vereins. Über Jahrzehnte wurde es von den Mitgliedern immer wieder aufgebaut, erweitert, modernisiert und mit viel ehrenamtlicher Arbeit erhalten.
Dabei trägt sich das Haus heute durch seine Vermietung sogar selbst. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen ist das bemerkenswert. Ein solches Modell funktioniert allerdings nur, wenn Menschen da sind, die sich kümmern, organisieren und Verantwortung übernehmen.
Bei aller Freude über das Jubiläum gehört zur Geschichte des Hauses aber auch das dunkle Kapitel der nationalsozialistischen Zeit. 1933 wurde das Haus beschlagnahmt und als „Braunes Haus“ genutzt. Nach dem Krieg fanden die wiedergegründeten Naturfreunde ein ausgeplündertes und verwahrlostes Gebäude vor. Ich fand es deshalb wichtig, dass auch der Vorsitzende Uwe Zieglowski bei der Jubiläumsfeier an diese Geschichte erinnert hat. Besonders der damalige Vorsitzende der Naturfreunde, Hans Rauch, hatte als politisch Verfolgter unter dem Nationalsozialismus schwer zu leiden. Vor einigen Jahren haben wir deshalb für ihn einen Stolperstein gesetzt.
100 Jahre Naturfreunde sind 100 Jahre Ehrenamt, Gemeinschaft und Verantwortung. Dazu nochmals meinen herzlichen Glückwunsch!
🇪🇺 Europa, Kultur und kommunale Verantwortung
Auch politisch und kulturell gab es in den vergangenen Tagen einiges zu besprechen.
Mit der Europa-Union haben wir bei einem Treffen einen Vortrag zum Thema digitaler Euro vorbereitet. Die Veranstaltung findet am 17. September um 19 Uhr in den Burg-Lichtspielen statt. Was genau ist der digitale Euro? Was würde er für unseren Alltag bedeuten? Ich glaube, dass diese Fragen viele Menschen interessieren werden.
In der Kultur-Stiftung Ginsheim-Gustavsburg haben wir die Ausschreibungen für die neuen Stipendien besprochen. Die Stiftung möchte damit weiterhin gezielt Talente aus der Kulturszene unterstützen und Projekte fördern. Noch bis zum 31. August können beim Videowettbewerb für Kinder, Jugendliche und Erwachsene Beiträge eingereicht werden, die einen Bezug zu Ginsheim-Gustavsburg haben. Es winken Preise bis zu 300 Euro.
In dieser Woche fand zudem die letzte Sitzungsrunde des Planungsausschusses in der auslaufenden Wahlperiode statt. Im September konstituiert sich der Ausschuss nach der Kommunalwahl neu. Ich freue mich, auch künftig dabei zu sein und die neuen Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen. Für uns als Stadt ist es wichtig, unsere Interessen dort unmittelbar einzubringen und die Entwicklung unserer Region mitzugestalten.
💍 Und manchmal gibt es einen kompletten Rollentausch
Eine ganz besondere Erfahrung durfte ich schließlich bei einer Trauung machen.
Nach einer entsprechenden Fortbildung darf ich seit einiger Zeit neben unseren Standesbeamtinnen auch selbst Trauungen vornehmen. Nun kam es allerdings zu einem echten Rollentausch: Unsere Standesbeamtin Malina Feliz Schreiber hat selbst geheiratet – und ich durfte ihr die Trauung ermöglichen.
Das war auch für mich eine besondere und durchaus ungewöhnliche Erfahrung. 😊
📅 Was am Wochenende ansteht
Langweilig wird es auch an diesem Wochenende nicht.
Heute Abend laden wir im Feuerwehrhaus in Ginsheim zu einem Helferfest für all jene Ehrenamtlichen ein, die im April an der erfolgreichen Messe m3 mitgewirkt haben. Eine solche Großveranstaltung funktioniert nur, wenn viele Menschen anpacken. Deshalb ist dieses kleine Dankeschön mehr als verdient.
Am Samstagvormittag steht dann die bereits erwähnte Einweihung und Taufe unserer beiden neuen Mehrzweckboote auf dem Programm. Am Nachmittag geht es zum Sommerfest des Unternehmens Truck Service Bobak, zu dem ich gemeinsam mit unserer Wirtschaftsförderung eingeladen bin.
Und am Sonntag freue ich mich auf das Sommerfest des Altenzentrums Haus Mainblick.
Es stehen also wieder viele Begegnungen an – und genau darauf freue ich mich.
Herzliche Grüße und Ihnen allen ein rundum schönes Wochenende!
Ihr
Thorsten Siehr
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