Neues aus dem Bürgermeisterbüro (18. September 2026)

Liebe Ginsheim-Gustavsburger,

von wichtigen Beschlüssen bis zu schönen Jubiläen: In den vergangenen zwei Wochen war wieder einiges los. Hier ein paar Eindrücke aus meinem Terminkalender.

🏛️ Neue Aufgaben im Regionalverband

In der vergangenen Woche hat sich die Verbandskammer des Regionalverbands FrankfurtRheinMain im Frankfurter Römer neu konstituiert. Dabei standen zahlreiche Wahlen auf der Tagesordnung.

Zum neuen Vorsitzenden der Verbandskammer wurde der Eppsteiner Bürgermeister Alexander Simon gewählt. Meine Bischofsheimer Amtskollegin Lisa Gößwein wurde als ehrenamtliche Beigeordnete in den Regionalvorstand gewählt. Ich selbst wurde als Beisitzer in das Präsidium der Verbandskammer gewählt.

Die Mitarbeit im Regionalverband ist für uns als Bürgermeister wichtig. Viele Themen lassen sich nicht allein auf Gemeinde- oder Kreisebene lösen. Deshalb braucht es den Austausch und die Zusammenarbeit der Kommunen. Der Regionalverband ist dabei keine Metropole mit einer zentralen Verwaltung, sondern vor allem ein großes Netzwerk kommunaler Vertreter. Genau dieses Miteinander über Grenzen hinweg ist für unsere Region wichtig.

🏠 Wichtige Beschlüsse für unsere Stadt

In der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurden die Weichen für mehrere wichtige Projekte gestellt.

Besonders freue ich mich über den mit großer Mehrheit und fraktionsübergreifend gefassten Beschluss, eine Teilfläche des ehemaligen Bürgerhausgeländes in Gustavsburg an die Kommunale Wohnungsgesellschaft und die Gemeinnützige Baugenossenschaft zu veräußern. Damit ist der Weg frei für die Schaffung weiteren bezahlbaren Wohnraums durch verlässliche Partner im sozialen Wohnungsbau.

Ein weiterer wichtiger Beschluss betrifft die Seniorenarbeit. Die Stadt wird eine Koordinierungsstelle für die Angebote der Seniorenarbeit einrichten. In unserer Stadt gibt es bereits viele Angebote von Vereinen, Kirchen, sozialen Einrichtungen und Ehrenamtlichen, die man miteinander vernetzen kann.

Die neue Koordinierungsstelle soll deshalb Angebote bündeln, Ansprechpartner sein, Ehrenamt unterstützen, neue Projekte begleiten und den Zugang zu Hilfen für ältere Menschen erleichtern. Unser Seniorenkonzept zeigt: Professionelle Koordination ist eine wichtige Grundlage dafür, dass ehrenamtliches Engagement dauerhaft funktionieren kann.

Da die derzeitige Haushaltslage keine zusätzliche Personalstelle zulässt, werden dafür vorhandene Personalressourcen im Seniorenbüro eingesetzt. Das bedeutet leider auch, dass der städtisch organisierte Mittagstisch in seiner bisherigen Form eingestellt werden muss. Ich weiß, dass viele Nutzerinnen und Nutzer diesen Schritt bedauern werden. Gleichzeitig setze ich mich dafür ein, dass sich künftig vielleicht auch ehrenamtlich organisierte Mittagstischangebote entwickeln lassen – gerade mit Blick auf die stärkere Vernetzung unserer Seniorenarbeit.

Erfreulich ist außerdem die Wahl unserer beiden Kinder- und Jugendbeauftragten: Sarah Furchtmann aus Ginsheim und Samvel Mkhitaryan aus Gustavsburg. Beide wollen gemeinsam als Tandem daran arbeiten, die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in unserer Stadt zu stärken. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin gespannt auf ihre Ideen.

👶 Frühkindliche Bildung im Mittelpunkt

Die hessische Sozialministerin Heike Hofmann ist derzeit in verschiedenen Kommunen unterwegs, um über das Thema „Sprach-Kitas in der frühkindlichen Bildung“ zu sprechen. Auch bei uns in der Mainspitze fand dazu ein Fachgespräch statt.

Neben meiner Amtskollegin aus der Nachbarkommune waren weitere Bürgermeisterkollegen, Fachbereichsleitungen und Kita-Leitungen dabei. Gerade die aktuellen Bildungsergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, früh anzusetzen. Kitas sind schließlich nicht nur Betreuungs- und Verwahrorte, sondern auch wichtige frühkindliche Bildungseinrichtungen.

Der Austausch hat noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig dieser Bildungsauftrag ist. Wir werden deshalb gemeinsam daran arbeiten, unseren Kindern möglichst gute Startchancen zu geben. Dazu bedarf es natürlich der entsprechenden Finanzmittel. Auch das haben wir an dem Termin mit der Sozialministerin thematisiert.

🎭 Kultur für alle – Inklusion auf der Bühne

Bereits eine Woche zuvor war es in den Burg-Lichtspielen zu einer weiteren Begegnung mit Sozialministerin Heike Hofmann gekommen. Der Verein Achterbahn e.V. hatte dort zur Auftaktveranstaltung seiner neuen Reihe „Kultur für alle – Shows mit Gebärdensprache“ eingeladen.

Gemeinsam mit der Sozialministerin, Kooperations- und Netzwerkpartnern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus Kommunalpolitik und Landtag konnten wir ein tolles Programm erleben.

Besonders beeindruckend war, wie Initiator und Moderator Axel Schiel Inklusion und Teilhabe ganz selbstverständlich mit kulturellen Angeboten verbindet. Genau darum sollte es gehen: Kultur muss für alle Menschen erlebbar und auch mitgestaltbar sein.

🏛️ Austausch mit dem Hessischen Städte- und Gemeindebund

Bei der Mitgliederversammlung des Hessischen Städte- und Gemeindebundes in Weilburg ging es ebenfalls um ein Thema, das uns Kommunen unmittelbar betrifft: unsere finanzielle Handlungsfähigkeit.

Der HSGB ist für die Städte und Gemeinden ein wichtiger Partner – unter anderem bei Rechtsfragen und bei der Interessenvertretung gegenüber dem Land. Gastredner war der Hessische Innenminister Prof. Dr. Roman Poseck.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Städte und Gemeinden angesichts der schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen handlungsfähig bleiben können. Viele Kommunen stehen vor dem Problem, dass ihnen immer mehr Aufgaben übertragen werden, ohne dass die dafür notwendigen finanziellen Mittel ausreichend zur Verfügung stehen.

Für uns Bürgermeister ist es deshalb wichtig, diese Situation auch gegenüber dem Land immer wieder deutlich anzusprechen.

🤝 VDK-Kreisverbandstag

Am vergangenen Wochenende durfte ich den Kreisverbandstag des VdK-Kreisverbandes Groß-Gerau im Ginsheimer Bürgerhaus als örtlicher Gastgeber begrüßen. Fast 10.000 Mitglieder in 22 Ortsverbänden zeigen, welche Bedeutung der VdK im Kreis Groß-Gerau hat.

Auch in Ginsheim-Gustavsburg ist der Ortsverband mit vielen Angeboten aktiv. Die Tagung war für mich eine gute Gelegenheit, mich in größerem Rahmen bei dem Vorsitzenden Hartmut Seiz und allen Ehrenamtlichen, die sich vor Ort engagieren, zu bedanken.

Die Themen, für die der VdK steht, betreffen auch unsere Stadt unmittelbar: ein gutes Leben im Alter, Pflege, Inklusion sowie bezahlbarer und barrierefreier Wohnraum. Gleichzeitig müssen wir darauf achten, dass die steigenden sozialen Ausgaben Kommunen und Kreise nicht finanziell handlungsunfähig machen.

Allein der Kreis Groß-Gerau wendet 13,5 Millionen Euro für soziale Leistungen auf, die in Ginsheim-Gustavsburg erbracht werden – etwa für Investitionen und Unterhaltung von Schulen, Wohngeld sowie die Unterstützung bei Wohn- und Pflegekosten. Das zeigt, welche Größenordnung soziale Aufgaben inzwischen haben.

⛪ Gemeinsam feiern und Gemeinschaft erleben

Statt des traditionellen Pfarrfestes hatte die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Ginsheim in diesem Jahr zu einem Open-Air-Gottesdienst im Atrium der Kirche eingeladen.

Es war ein sehr stimmungsvoller Gottesdienst mit anschließendem geselligem Beisammensein. Das Pfarrfest selbst entfiel, weil sich die Gemeinde am nächsten Tag am mainspitzweiten Pfarrgruppenfest zum 100-jährigen Jubiläum der Christkönigkirche in Bischofsheim beteiligte.

Ich fand diese Verbindung eine schöne Lösung: eine eigene Veranstaltung in Ginsheim und gleichzeitig die Beteiligung an diesem besonderen Jubiläum der Pfarrgruppe.

🐦 Natur- und Umweltschutz bei den Vogelfreunden

Auch ein Besuch des traditionellen Frühschoppens der Ginsheimer Vogelfreunde durfte in meinem Kalender nicht fehlen. Trotz des nicht ganz idealen Wetters war das Fest wieder sehr gefragt.

Besonders gefreut hat mich, dass der Verein seinen Baumlehrpfad auf dem Vereinsgelände reaktiviert hat. Ein wichtiger Beitrag, um das Bewusstsein für den Wert unserer Natur zu stärken.

🎬 Zehn Jahre Lichtspielhaus

Ein Jubiläum konnte das Lichtspielhaus Ginsheim feiern: Seit zehn Jahren wird dort wieder Kultur gelebt.

Was 2016 zunächst mit der Öffnung des historischen Kinosaals begann, hat sich zu einer lebendigen Kulturstätte entwickelt – mit Kino, Musik, Literatur, Kabarett, Comedy, Theater und vielen weiteren Veranstaltungen.

Mein besonderer Dank gilt der Familie Treber, die das historische Gebäude mit viel persönlichem Einsatz wieder instandgesetzt und als Spielstätte im Charme früherer Jahre ausgebaut hat.

Schön war auch, dass sich die Familie ausdrücklich für die gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und insbesondere mit unserem Kulturbüro bedankt hat. Ein großes Dankeschön gilt außerdem dem Verein Kunst und Kultur im Lichtspielhaus Ginsheim e.V., den Künstlerinnen und Künstlern, den vielen Helferinnen und Helfern und natürlich dem Publikum.

Mit dem Lichtspielhaus in Ginsheim und den Burg-Lichtspielen in Gustavsburg haben wir gleich zwei besondere Kulturorte in unserer Stadt – jeder mit seinem eigenen Charakter. Für eine Stadt unserer Größe ist das alles andere als selbstverständlich.

Herzlichen Glückwunsch zu zehn Jahren Lichtspielhaus – und auf die nächsten zehn!

🌈 Weltkindertag: Buntes Fest im ZAG

Am heutigen Freitagnachmittag fand anlässlich des Weltkindertages das „Bunte ZAG-Fest“ in die Pestalozzistraße statt. Das Seniorenbüro, das Kinder- und Jugendbüro und die Kita Lummerland hatten ein buntes Programm für Kinder und Familien vorbereitet. Ich freue mich besonders, dass auch die von dem Investor MAB gesponserte Mitfahr-Eisenbahn „Emma“ dabei war.

Die MAB wird ab dem kommenden Jahr auf dem ZAG-Gelände seniorengerechtes Wohnen und Vereinsräumlichkeiten realisieren. Im Beisein der Projektleiterin Frau Ahlers habe ich dann gemeinsam mit dem Geschäftsführer, Herrn Adam, eine Extrarunde mit der Dampfeisenbahn gedreht. Herzlichen Dank für den wunderbaren Beitrag zu dem Fest!

🎉 30 Jahre LebensAlter e.V.

Am Wochenende feiert der Verein LebensAlter sein 30-jähriges Bestehen. Das gemeinschaftliche Wohnprojekt in der Schillerstraße ist dabei längst zum Ausgangspunkt für viele weitere Aktivitäten geworden – vom Garten der Vielfalt über das Repair-Café und die Rikscha bis zum Blühacker. Ich freue mich darauf, dieses besondere Jubiläum mit den engagierten Mitgliedern zu feiern und Danke für drei Jahrzehnte bürgerschaftliches Engagement zu sagen.

Herzliche Grüße
Ihr
Thorsten Siehr

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